Vor einem halben Jahr rief das Projekt OpenSCHUFA Menschen auf, ihre Daten bei der Wirtschaftsauskunftei anzufragen und zu spenden. OpenSCHUFA wollte damit herausfinden, wie der Algorithmus der Schufa funktioniert. Sie sammelt Daten von Personen und bewertet ihre Kreditwürdigkeit mit intransparenten Algorithmen. Ohne gute Schufa-Bewertung ist oft weder Handyvertrag, Mietwohnung oder Kredit zu bekommen. Jetzt wurden die ersten Ergebnisse vorgestellt.
Die Journalisten von Spiegel Online und Bayerischem Rundfunk konnten die Schufa-Daten von rund 2.000 VerbraucherInnen auswerten. „Eine geheime Schufa-Formel werden wir nicht enthüllen“, heißt es. Trotzdem bietet die Auswertung spannende Einsichten:
Die Daten gewähren dennoch einen nie dagewesenen Einblick in das Innerste von Deutschlands wichtigster Auskunftei und lassen wichtige Rückschlüsse auf die Funktionsweise des Schufa-Scorings zu. Sie zeigen, dass die Schufa über viele Menschen weit weniger weiß, als man meinen könnte – und sich dennoch die Berechnung eines genauen Scores zutraut. Die Daten geben auch Hinweise darauf, wie sich Alter und Geschlecht auf die Risikobewertung auswirken können. Und welche Nachteile Verbraucher haben können, wenn Unternehmen alte Score-Versionen verwenden.
Vor wenigen Wochen erst forderte der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen in einem Gutachten zu Verbraucher-Scores mehr Transparenz, Kompetenzstärkung der VerbraucherInnen sowie eine Stärkung der Aufsichtsbehörden.
